S IMMO Einblicke

Kunst ist für jeden da

Bereits zum 13. Mal gibt es den Kunstsupermarkt in diesem Jahr in Wien. Auch diesmal hat die S IMMO ihre Räumlichkeiten in der Mariahilfer Straße 103 dafür zur Verfügung gestellt. Der Grundgedanke des Kunstsupermarkts: Kunst erschwinglich zu machen. Nicht der Preis, sondern der persönliche Geschmack sollen die Auswahl bestimmen. Bis zu 95 KünstlerInnen und 5.000 Arbeiten sind auf einer Ausstellungsfläche von 250 m² zu finden. Peter Doujak hat das Konzept des Kunstsupermarkts 2006 nach Österreich gebracht und sehr erfolgreich am Markt etabliert. Wir haben ihn zum Interview getroffen und gemeinsam hinter die Kulissen geblickt.

Herr Doujak, wie ist der Wiener Kunstsupermarkt entstanden?

Erfunden hat das Konzept des Kunstsupermarkts ursprünglich ein Kunsthistoriker in Deutschland. Ich habe es dort gesehen und mein Gedanke war sofort „das muss in Wien auch funktionieren“. Was im Kunstbereich in Berlin funktioniert, funktioniert auch in Wien – das hat mir bereits die „Lange Nacht der Museen“ gezeigt, die ich 1992 nach Österreich gebracht habe. Die Idee das Konzept des Kunstsupermarkts niederschwellig nach Wien bzw. Österreich zu bringen, hat mich jedenfalls nicht mehr losgelassen – und heute veranstalten wir bereits den 13. Wiener Kunstsupermarkt. Das freut mich sehr.

Peter Doujak mit Künstlerin Eva Silberknoll @Kunstsupermarkt Wien

Peter Doujak mit Künstlerin Eva Silberknoll @Kunstsupermarkt Wien

Was ist das Besondere an dem Konzept Kunstsupermarkt?

Der Leitgedanke des Kunstsupermarkts ist, Kunst niederschwellig an Interessierte zu bringen. Kunst wird sehr elitär vermarktet, Kunst ist aber für jeden da. Jede und jeder, der oder die sich an Kunst erfreuen kann, soll sie sich auch leisten können. Gleichzeitig holen wir mit dem Kunstsupermarkt Jahr für Jahr junge Künstler und Künstlerinnen vor den Vorhang und geben ihnen in der Zeit von September bis Jänner eine Bühne.

Was heißt leistbare Kunst in Zahlen? In welcher Größenordnung bewegen wir uns?

Wir haben vier Fixpreise – EUR 59, EUR 110, EUR 220 und EUR 330. Und dann gibt es noch ein paar Großformate, die wir zu etwas höheren Preisen verkaufen. Der Großteil der ausgestellten Bilder fällt aber in eine der vier genannten Preiskategorien.

Kunstsupermarkt Wien

Welche Voraussetzungen gibt es, um als Künstler am Kunstsupermarkt teilzunehmen?

Es geht um die handwerkliche Qualität eines Künstlers oder einer Künstlerin und darum, dass er oder sie inhaltlich spannende Themen bearbeitet. Mit dem gewählten Handwerk und Inhalt sollte eine eigene Idee der Kunst abgebildet und nicht einfach nur etwas nachgemalt werden. Man muss sich also intensiv mit dem Thema Kunst beschäftigen. Wir haben inzwischen ca. 300 Bewerbungen im Jahr – von überall her, die meisten aus Österreich. Die Auswahl wird immer schwieriger, aber dadurch ist auch die Qualität sehr hoch.

Wie hat sich der Kunstsupermarkt über die Jahre verändert?

Die Barriere zum Kunstsupermarkt ist niedriger geworden. Die ersten Jahre war es wesentlich schwieriger Künstler und Künstlerinnen für das Konzept zu begeistern – da war ich tatsächlich auf den Kunsthochschulen unterwegs und habe geworben. Heute kriege ich ganzjährig Bewerbungen und habe die Qual der Wahl. (lacht)

Der Kunstsupermarkt steht dieses Mal unter dem Motto „Künstlerinnen im Fokus“. Wie kam es dazu?

Frauen sind in der Kunst extrem benachteiligt. Unter den Top 500 Künstlern sind nur 19 Frauen – das ist erschreckend. Es existiert noch immer eine patriarchale Gesellschaft, Kunst wird auch in erster Linie von Männern gesammelt. Wir haben das Thema heuer aufgegriffen und bewusst die Frauen in den Fokus gestellt. Vielleicht ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Vielen Dank für das Gespräch & weiterhin viel Erfolg mit diesem großartigen Projekt!

Der 13. Wiener Kunstsupermarkt ist noch bis 25.01.2020 in der Mariahilfer Straße 103 zu finden. Vorbeischauen lohnt sich!

Fotos: © Kunstsupermarkt

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