S IMMO Einblicke

Flexibilität gewinnt

Die beiden Vorstände der S IMMO AG, Ernst Vejdovszky (CEO) und Friedrich Wachernig im Gespräch über ein gutes und zugleich herausforderndes erstes Quartal 2020, über Diversifikation und die COVID-19-Krise als Chance.

Die COVID-19-Krise wurde Mitte März schlagend. Inwieweit haben Sie die Pandemie im Ergebnis des ersten Quartals zu spüren bekommen?

Ernst Vejdovszky: Wir waren im ersten Quartal operativ sehr stark unterwegs und konnten wesentliche Kennzahlen wie beispielsweise die Mieterlöse im Vergleich zur Vorjahresperiode deutlich steigern – obwohl die zweite Märzhälfte bereits von der COVID-19-Pandemie geprägt war.

Auf der anderen Seite hat die Krise zu Abwertungen in unserem Portfolio geführt. Unsere Märkte – Deutschland, Österreich und die CEE-Region – waren dabei in unterschiedlichem Ausmaß betroffen. In Summe macht das negative Bewertungsergebnis allerdings nur in etwa 1,3 % unseres Immobilienvermögens aus.

Die S IMMO setzt seit Jahrzehnten auf Diversifikation. Hilft einem diese Strategie in einer solchen Krise?

Ernst Vejdovszky: Definitiv. Denn es sind zumeist nicht alle Regionen und vor allem nicht alle Nutzungsarten im gleichen Ausmaß von einer Krise betroffen. Das zeigt sich auch in der COVID-19-Krise. Im April mussten vor allem Hotels und der Handel deutliche Einbußen verkraften und es wird wohl etwas dauern, bis man hier von einer nachhaltigen Erholung sprechen kann.

Wohnimmobilien hingegen – die immerhin beinahe 30 % unseres Portfolios ausmachen – sind kaum betroffen und könnten in den nächsten Monaten sogar von den allgemeinen Unsicherheiten profitieren. Denn gerade bei risikoaversen Investoren ist dieser Bereich in Krisenzeiten oft besonders beliebt und das anhaltend niedrige Zinsniveau begünstigt diesen Umstand.

Und auch im Bürosegment erwarte ich mir keine dramatischen Auswirkungen. Ich denke, wir haben alle erlebt, wie wichtig das Büro als Treff- und Kommunikationspunkt ist – das wird auch in Zukunft so sein. Diversifiziert unterwegs zu sein, hat uns jedenfalls schon in vergangenen Krisen gute Dienste erwiesen.

Sehen Sie dennoch grundlegende Änderungen auf die Immobilienbranche zukommen?

Friedrich Wachernig: Ich denke es ist – ganz grundsätzlich und unabhängig von dieser Krise – wichtig, flexibel zu sein, neue Konzepte zuzulassen und mögliche Veränderungen am Markt frühzeitig im Blick zu haben. Den Trend zum Großraumbüro wird man in der aktuellen Situation sicherlich überdenken müssen. Grundlegende Änderungen in Bezug auf unser Geschäft sehe ich allerdings nicht wirklich.

Was bedeutet das Thema Home-Office für Immobiliengesellschaften, die Büroflächen vermieten? In Zukunft werden wohl nicht mehr so viele Flächen benötigt werden?

Friedrich Wachernig: Auch hier gilt: Wer flexibel ist, ist deutlich im Vorteil. Und ich denke nicht, dass wir als Folge der Krise weniger Büroflächen brauchen werden. Das Home-Office wird immer populärer, aber man darf die soziale Komponente nicht vergessen. Das Zusammenkommen im Büro bietet Vorteile, die nicht so ohne Weiteres zu ersetzen sind. Klar, viele Betriebe strukturieren in Folge der COVID-19-Pandemie um und es wird sicherlich Veränderungen am Markt geben, ich sehe das aber durchaus positiv. Zum Teil werden Neuentwicklungen gefragt sein, da alte Bürohäuser schlicht nicht den Spielraum gewähren, sich verändernden Mieterbedürfnissen anzupassen. Hier muss man antizipieren und Veränderungen als Chance sehen.

Wie schätzen Sie die Entwicklung Ihres Geschäfts in den nächsten Monaten ein?

Friedrich Wachernig: Im aktuellen Umfeld sind Prognosen besonders schwer zu treffen. Die weiteren Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf das Ergebnis für das Geschäftsjahr 2020 sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös abschätzbar. Insbesondere Faktoren wie die Dauer der Restriktionen und eine mögliche zweite Infektionswelle, aber auch die wirtschaftlichen Auswirkungen in den verschiedenen Sektoren oder die unterschiedlichen Unterstützungsmaßnahmen in den diversen Ländern führen zu zahlreichen Unsicherheiten.

Die S IMMO ist für die kommenden Herausforderungen aber gut gerüstet. Wir haben ein qualitativ hochwertiges Portfolio, sind an etablierten Standorten investiert, haben eine sehr stabile Eigenkapital- und Liquiditätsbasis und ein sehr starkes, krisenerprobtes Team. Somit können wir auch im aktuell sehr schwierigen Umfeld erfolgreich arbeiten und uns schon jetzt auf das Jahr 2021 fokussieren. Es werden sich in dieser Krise Chancen ergeben und wir haben die Stärke und mit über 230 Millionen Euro Cash auf unseren Konten auch die Mittel, diese zur richtigen Zeit zu nutzen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Mehr Details zum Quartalsergebnis gibt´s hier.

Autor/in

Sandra Hengstermann

Sandra Hengstermann arbeitet bei der S IMMO AG in der Abteilung Unternehmenskommunikation & Investor Relations. Als stellvertretende Pressesprecherin verantwortet sie neben der klassischen Medienarbeit die Social Media Kanäle des Unternehmens, wie auch diesen Blog. In ihrer Freizeit liebt sie Reisen, gutes Essen und Sport.

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