S IMMO Einblicke

Bauen an der Zukunft

Sandra Hengstermann
geschrieben von Sandra Hengstermann

Um erfolgreiche Projekte umzusetzen, muss man nicht nur Generalist sein, man braucht auch das nötige Fingerspitzengefühl und Ausdauer – wir haben bei Bernd Himmler, Leiter der Projektentwicklung der S IMMO AG, nachgefragt und mit ihm über aktuelle Projekt-Highlights und Herausforderungen für das kommende Jahr gesprochen.

Sie sind bei der S IMMO u.a. für die Projektentwicklung verantwortlich. Worauf muss man in dieser Funktion besonders achten?

In der Projektentwicklungsphase liegt das Augenmerk auf den wesentlichen Säulen der Projektentwicklung – nämlich der Liegenschaft, der Idee und dem Kapital. Zum einen geht es um den Weitblick bei der Suche und Auswahl der geeigneten Liegenschaft mit passender Lage, Anbindung an Infrastruktur und rechtlicher Sicherheit. Zum anderen um die Kreativität bei der Entwicklung der Nutzungskonzepte bzw. der Planung – abgestimmt auf die aktuelle Nachfrage und die Möglichkeiten, die die Liegenschaft bietet. Gleichzeitig muss man darauf schauen, die Projekte auch finanziell tragen zu können bzw. den geeigneten Finanzierungspartner zu finden.

Steht dann die Umsetzung der Projekte im Rahmen des klassischen Projektmanagements an, bilden die drei Grundpfeiler Kosten, Qualität und Timing klar den Fokus für den Erfolg. Neben dem Liegenschaftsankauf ist der zweite große Kostentreiber der Bau. Hier gilt es schon in der Planung darauf Rücksicht zu nehmen, dass ein effizientes Bauen ermöglicht wird. Die Ausstattungsqualität und Green Building Standards werden bereits in der Planung festgelegt. In der Abwicklung des Projekts muss allerdings darauf geachtet werden, dass die bestellte Qualität auch geliefert wird.

Außerdem gilt es natürlich das Timing einzuhalten. Während der Bauphase oder schon davor unterzeichnete Verträge mit Nutzern zeitgerecht zu erfüllen, wird oft zur Herausforderung und übt entsprechenden Druck auf den Baufortschritt aus.

Am Ende freut man sich hoffentlich über ein gelungenes Projekt, das aus meiner Sicht nur dann eines sein kann, wenn allen am Projekt Beteiligten auch der eigene Erfolg ermöglicht wurde.

Ihre aktuellen Projekt-Highlights befinden sich u.a. in Bratislava und Bukarest. Welche Herausforderungen und Meilensteine erwarten Sie für das Jahr 2018?

In Bratislava stehen wir mit der Fertigstellung des Büroprojekts Einsteinova Business Center sicher vor einer besonderen Herausforderung. Die Baufertigstellung, die Behördenabnahme, die Inbetriebnahme des Gebäudes und Übergabe an die Mieter – das alles passiert in diesem Fall mehr oder weniger zeitgleich bzw. innerhalb weniger Wochen. Wir haben das Einsteinova Business Center bereits fünf Monate vor Fertigstellung so gut wie vollvermietet. Das ist zwar mehr als erfreulich, aber eher die Ausnahme und speziell zeitlich und organisatorisch durchaus fordernd.

Im Sun Plaza, unserem Shopping-Center in Bukarest, dürfen unsere Kunden nach einer längeren Bauphase vor allem einmal die Neugestaltung und Ergänzungen genießen und sich ins Shopping Vergnügen stürzen. Nichtsdestotrotz befinden wir uns auch hier bereits wieder mitten in der Weiterentwicklung und planen die Modernisierung des Food Courts. Denn gerade bei einem Shopping-Center ist die laufende Weiterentwicklung und das Anpassen an sich ständig ändernde Kundenwünsche das Um und Auf.

Insgesamt gilt es auch 2018 darauf zu schauen, dass wir eine gut gefüllte Projekt-Pipeline haben und Investitionen der Zukunft planen. Denn neu erworbene Liegenschaften sind in der Regel nicht sofort bebaubar, Umwidmungen, Planungen und Baugenehmigungsverfahren dauern in Summe oft mehrere Jahre.

Bei manchen Ihrer Projekte besteht ein Joint Venture, so z.B. beim „Einsteinova Business Center“ in Bratislava oder beim Quartier Belvedere Central in Wien. Welche Vor- und Nachteile sehen Sie in dieser Form der Zusammenarbeit?

Joint Ventures können aus unterschiedlichen Gründen entstehen. Oftmals ist es die reine Größe eines Investments, die Partner zur Eigenkapital-, Risiko- sowie zur Aufgabenteilung zusammenführt.

Aber auch die vorhin bereits angesprochenen wesentlichen Säulen der Projektentwicklung können potenzielle Partner in ein gemeinsames Projekt führen: Einer besitzt die Liegenschaft, will diese aber nicht nur verkaufen, ein anderer hat die zündende Idee, aber kein Kapital und der dritte verfügt über das nötige bzw. zusätzliche Kapital, hat aber kein Investitionsprojekt. So ergeben sich Projektmöglichkeiten und Vorteile im Rahmen einer Zusammenarbeit.

Nachteilig kann ein Joint Venture zum Beispiel werden, wenn bei strategischen Auslegungen oder laufenden Entscheidungen „zu viele Köche den Brei verderben“ oder sich blockieren – wenn Projektpartner ohne Abstimmung agieren oder sich über einen langen Projektzeitraum Interessens- oder Finanzlagen verändern.

Oft hängt es aber einfach an den handelnden Personen, ob ein Joint Venture funktioniert oder nicht. Bis zum heutigen Tag sind wir mit unseren unterschiedlichen Projektpartnern sehr zufrieden und haben erfolgreiche Projekte abgewickelt.

Hinterlasse einen Kommentar