Immobilienmarkt

Warum flexible Büros im Trend liegen

Carmen Waldhart
geschrieben von Carmen Waldhart

Kaum eine Eigenschaft wird so häufig eingefordert wie Flexibilität. Ein modernes Arbeitsumfeld erfordert die Fähigkeit, sich schnell an geänderte Umstände anzupassen – dies gilt sowohl für die Arbeitnehmer- als auch für die Arbeitgeberseite. Der Begriff kann unterschiedlichste Ausprägungen haben und die Interpretation kann durchaus widersprüchlich sein. Für die einen liegt Flexibilität darin Beruf und Privatleben im Homeoffice zu verknüpfen, andere suchen wiederum den Weg von dort in Bürogemeinschaften, so genannte Coworking Spaces.

Was Coworking Spaces von normalen Büros unterscheidet

Bei Coworking Spaces handelt es sich um gemeinschaftlich genutzte Büroflächen, die von unterschiedlichen Mieterinnen und Mietern genutzt werden – egal ob Unternehmen oder Einzelperson. Diese Büros lassen sich auf Tages-, Wochen- oder Monatsbasis meist kurzfristig anmieten und auch wieder kündigen. Wer sich in einen Coworking Space einmietet, verfügt von Beginn an über einen vollwertigen, möblierten Arbeitsplatz. Vom Internetanschluss über den Drucker bis hin zur Kaffeemaschine ist alles bereits vorhanden und kann mitbenutzt werden. Coworking Spaces zeichnen sich häufig durch eine offene, weitläufige Gestaltung aus, die auch die zwischenmenschliche Kommunikation anregt. Vor allem in der Kreativbranche kommt es nicht selten vor, dass Synergien genutzt werden und aus gemeinsam entwickelten Ideen Projekte entstehen.

Ein Büro, das mitwächst

Der Trend zu mehr Flexibilität hat sich in den vergangenen Jahren merklich verstärkt. Zum einen suchen vor allem Entrepreneurs, Start-Ups und junge Kreative gezielt nach Coworking Spaces und ähnlichen Modellen, zum anderen greifen mittlerweile immer mehr große Unternehmen diese Konzepte auf.

Die Anmietung von möblierten Büros auf Zeit ist nicht zuletzt bei Technologieunternehmen gefragt. Ein agiles Projektmanagement erfordert eine anpassungsfähige Infrastruktur, so kann in arbeitsintensiven Projektphasen mehr Platz für zusätzliche Mieterinnen und Mieter geschaffen werden und nach Ende dieser die Fläche wieder reduziert werden. Auch Start-Ups profitieren von flexiblen Mietmodellen. Sollte das Unternehmen schneller wachsen als erwartet, wächst das Büro einfach mit.

Ein Anwendungsbeispiel großer Unternehmen findet sich in der Erschließung eines neuen Markts. Um diesen zu sondieren, kann ein Büro mit wenig Angestellten bezogen werden. Abhängig von der weiteren Entwicklung kann das Büro erweitert oder der Mietvertrag vergleichsweise kurzfristig beendet werden.

Die Vorteile der neuen Bürotrends liegen auf der Hand. Neben der Flexibilität hinsichtlich der Mietdauer und der angemieteten Fläche schätzen die Mieterinnen und Mieter vor allem die Nutzung der bereits vorhandenen Infrastruktur und die Networking-Möglichkeiten. Als Immobilien-Investmentunternehmen beobachten wir diese Entwicklung und nehmen sie bewusst in die Konzeption von Neubauprojekten auf. Wichtig ist dabei vor allem eine gründliche Planung, denn Flexibilität will durchdacht sein.

Gut geplant ist halb vermietet

Während das Einziehen oder Abreißen von Wänden meist kein großes Problem darstellt, gestaltet sich die Adaptierung der Haustechnik wesentlich aufwändiger. Vermeintliche Banalitäten wie der Umstand, dass sich der Lichtschalter und die dazugehörige Lampe im selben Raum befinden, sind bei einer Änderung der Raumaufteilung nicht mehr selbstverständlich. Selbiges gilt auch für die Steuerung von Brandschutz- und Klimaanlagen. Von einer gewissenhaften und vorausschauenden Planung profitieren beide Seiten des Mietverhältnisses, denn nur so können kosteneffiziente Mieten angeboten werden.

Ein aktuelles Beispiel aus unserem Portfolio ist das Büroprojekt The Mark in Bukarest. Der moderne Büroturm wird über Stockwerke mit einer Fläche von je ca. 1.000 m² verfügen, welche sich problemlos in vier etwa gleich große Viertel mit separaten Zugängen aufteilen lassen. Die Stockwerke lassen sich somit an die Unternehmensgröße und die Bedürfnisse der Mieterinnen und Mieter anpassen, vom Großraumbüro bis hin zu Einheiten für je zwei Personen ist der Flexibilität keine Grenze gesetzt.

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