Gastbeiträge

Die anspruchsvolle Arbeit als Aktienanalyst

Stefan Scharff
geschrieben von Stefan Scharff

Dipl.-Kfm. Stefan Scharff, Certified Real Estate Investment Analyst (DVFA / IREBS), Winner des Thomson Reuters Analyst Award 2017 sowie Gründer und Managing Partner der SRC Research GmbH über seine Arbeit als Aktienanalyst:

Den Wald trotz lauter Bäume sehen und beschreiben können

Wie in fast jeder Branche sind auch in der Immobilienwirtschaft die Anforderungen an die gesamte Unternehmenskommunikation und insbesondere an die Finanzberichterstattung in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Das bedeutet auch ein noch anspruchsvolleres Aufgabengebiet für die Aktienanalysten, die die Geschäftsergebnisse für Investoren und für die einschlägigen Finanznachrichten kommentieren. Über die selbstverständlichen Bestandteile eines Geschäftsberichtes wie Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Erläuterungen zum operativen Geschäftsverlauf hinaus sind heute insbesondere die detaillierte Darstellung des Portfolios und der Entwicklungspipeline bis auf die einzelne Objektebene, samt Daten zur Vorvermietung, zum Investitionsvolumen und zur angestrebten Rendite wichtig.

Als Aktienanalyst im Immobilienbereich erhält man frühmorgens per Unternehmensmeldung einen ganzen Wust an Geschäftszahlen und Immobilienkennzahlen sowie zudem meist eine Prognose des Unternehmens zum laufenden Geschäftsjahr und muss oder sollte dies in möglichst kurzer Zeit „verarbeiten“ und an die Investmentcommunity in einer handhabbaren und brauchbaren Form weitergeben können. Ein guter Analyst muss sehr gut abstrahieren können und die Informationen so filtern und strukturieren, dass die wichtigsten Entwicklungen kompakt und verständlich möglichst auf einer Seite dargestellt werden können. Er muss also Wald trotz lauter Bäume sehen können und diesen dann treffend und möglich kurz und prägnant beschreiben. Denn ein Investor muss sich zahlreiche Aktien pro Tag anschauen und einschätzen, will er sein Pensum schaffen.

SRC Research versucht dem Anspruch gerecht zu werden, mit einer klaren Sprache und klaren Argumenten für und wider der Aktie ein Bild von der Unternehmensentwicklung zu zeichnen, die den professionellen Leser schnell in die Lage versetzt, eine vernünftige Anlageentscheidung vorzubereiten.

Dabei gibt es sicher nicht das eine Optimum für ein Research Update, aber wir versuchen an obigen Anspruch immer so nahe wie möglich ranzukommen. Wohlwissend, dass ein und derselbe Aktienreport von den zahlreichen Lesern total unterschiedlich aufgefasst und bewertet werden kann. Es kommt durchaus vor, dass einige Investoren ein neues Research Update sehr loben, während andere damit weniger anfangen können oder die Schwerpunkte falsch gesetzt sehen.

Damit muss man leben können und das können wir auch. Die Arbeit als Aktienanalyst ist sehr anspruchsvoll, aber ich liebe sie. Denn es macht uns Spaß, einen Meinungstrend zu setzen anstatt einem Meinungstrend nachzulaufen. Das hat SRC Research in den letzten 15 Jahren groß gemacht und macht unsere DNA aus.

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