Finanzwissen

Warum ich einen Finanz-Blog betreibe

Natascha Wegelin
geschrieben von Natascha Wegelin

Wenn es ums Bloggen geht, denken die meisten nicht unbedingt als erstes an das Thema Finanzen. Fashion, Food, Lifestyle – das sind die beliebtesten Bereiche, in denen Bloggerinnen unterwegs sind. Wie kommt man also als junge Frau dazu einen Blog über Finanzen zu starten? Es begann mit dem berühmten Satz „Ja, darum müsste ich mich eigentlich auch mal kümmern…“

Der 22.000 Euro teure Aha-Moment

Ich habe mich gekümmert. Oder zumindest versucht: Vor ca. 5 Jahren habe ich auf den „Rat“ einer Finanzmaklerin eine private Rentenversicherung abgeschlossen. Ich hatte keine Ahnung, was ich da unterschrieben hatte und schon gar nicht, welche horrenden Gebühren (die in Form von Provisionen an die Maklerin zurückfließen) mich erwarten würden. Drei Jahre später schaute ich mir die Unterlagen genauer an und sah das ganze Ausmaß meiner Naivität und Ahnungslosigkeit schwarz auf weiß vor mir: Gebühren in Höhe von insgesamt ca. 22.000 Euro. Da war er also: Mein finanzieller Aha-Moment. Wütend über mich selbst, schwor ich, dass mir so etwas nie wieder passieren würde und ich ab jetzt volle Verantwortung für meine Finanzen tragen werde.

Wo sind die Frauen?!

Ich suchte nach Informationsquellen, die auf mich passen würden und fand nicht so richtig einen guten Einstiegspunkt. Also habe ich die üblichen Bücher, Artikel und Videos durchgearbeitet und mir Notizen gemacht. Auf dem Weg habe ich gemerkt, dass sehr wenige Frauen in diesem Bereich unterwegs sind. „Warum ist das so? Interessiert Frauen das Thema Finanzen nicht? Das kann eigentlich nicht sein. Wahrscheinlich fehlt ihnen einfach nur eine Anlaufstelle – genau wie mir!“  So reifte die Idee, meine bis dato privaten Notizen aufzubereiten und öffentlich zugänglich zu machen, um so viele Frauen wie möglich dazu zu inspirieren und ihnen dabei zu helfen, ihre Finanzen selbst in die Hand zu nehmen. Madame Moneypenny war geboren.

Warum einen eigenen Finanz-Blog für Frauen?

Schnell merkte ich, dass viele Frauen genau dies gesucht haben: Jemanden, der ein eher sperriges und trockenes Thema authentisch, einfach und aus der Sicht einer Frau aufbereitet. Parallel dazu habe ich eine Facebook-Gruppe nur für Frauen ins Leben gerufen, die finanzinteressierten Frauen einen geschützten Raum liefert, in dem alle noch so „dummen“ Fragen gestellt werden können ohne verurteilt oder blöd kommentiert zu werden.

Fakt ist: Hochrechnungen zufolge wird bei bis zu 75 Prozent der heute 35- bis 50-jährigen Frauen die gesetzliche Rente unter dem jetzigen Hartz-IV-Niveau liegen. Frauen verdienen weniger, müssen Babypausen etc. einplanen und sich dann auch noch in einer Männerdomäne (Finanzen) durchsetzen. Da hilft ein wenig gezielte weibliche Unterstützung von Gleichgesinnten ungemein, wie bspw. auch eine meiner Leserinnen in meine Facebook-Gruppe gepostet hat: „Mein Mann ist lustigerweise als Finanzanalyst tätig, aber er konnte mir die Börse nie schmackhaft machen. Manchmal braucht es vielleicht doch eine weibliche Sichtweise und dafür bin ich dankbar.“

Die Mission

Auch nach knapp 1,5 Jahren am Markt ist meine Mission die gleiche: Frauen dazu inspirieren, ihre Finanzen selbst in die Hand zu nehmen. Zu viele verfallen noch immer in den sogenannten Cinderella-Komplex und verlassen sich blind auf ihre Männer. Um meine Mission zu erreichen, werde ich auch in Zukunft Blogbeiträge verfassen, Bücher schreiben und meine Seminarreihe weiterverfolgen – bis der Satz „Darum müsste ich mich eigentlich auch mal kümmern…“ durch „Ich habe meine Finanzen selbst voll im Griff!“ komplett ersetzt wird.

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