Finanzwissen

Finanzbildung – USA, England und Österreich im Vergleich

Stella und Celina Mark
geschrieben von Stella und Celina Mark

Bisher besuchten wir Schulen in drei verschiedenen Ländern: Österreich, USA und England. So sammelten wir eine Vielzahl an neuen Erfahrungen und lernten unterschiedliche Bildungssysteme kennen. Diese wiesen viele Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede auf. Uns war bald klar, dass das Thema Finanzbildung verschieden starke Prioritäten in den einzelnen Ländern hat.

Beginnen wir mit Österreich: Schülerinnen und Schüler haben den Vorteil, ein umfangreiches Wissen mit ungefähr 14 Schulfächern aufzubauen. Generelle Finanzbildung und genauere Informationen zum Umgang mit Geld, scheinen jedoch die ersten Jahre gänzlich zu fehlen und sind auch gegen Schulende nicht ausreichend vorhanden. Natürlich lernt man im Fach Mathematik einfache bis schwierigere Zinsrechnungen, jedoch werden Finanzmärkte und Geldanlagen nicht genauer erklärt. Dieser Mangel an nötigem Finanzwissen kann sich auf den zukünftigen Wohlstand auswirken, da viele nicht wissen, wie sie richtig mit Geld umgehen sollen.

In den USA, Florida hat man nur sechs Fächer, die man sich teilweise selbst aussuchen kann. So bleibt mehr Zeit, sich auf bestimmte Gebiete zu fokussieren. Frei wählbare Fächer sind zum Beispiel Business Management oder Economics. Dadurch ist bei manchen schon eine gewisse Finanzbildung vorhanden. Da es aber kein verpflichtendes Programm zur Finanzbildung gibt, kennt sich trotzdem ein großer Anteil der Schülerinnen und Schüler nicht im Umgang mit Geld aus. Im Vergleich zu Österreich verfügt dennoch ein größerer Durchschnitt über generelles Finanzwissen, welches sie sich durch ihr familiäres Umfeld oder Bekannte aneignen.

Auch in England hat man, je nach Schulabschluss, nur zwischen drei und sieben Fächer. Ein Großteil der Jugendlichen belegt einen Business- oder Economics-Kurs. Zusätzlich gibt es immer wieder Financial Literacy Days – nicht für 16- bis 18-Jährige, sondern für 9 bis 12-Jährige. Wir meldeten uns am letzten Financial Literacy Day freiwillig, um bei der Organisation des Tages mitzuhelfen. Für uns war es erstaunlich, wie viel diese Altersgruppe bereits über den Umgang mit Geld wusste. Sie waren sich im Klaren über das Steuersystem und die Grundlagen des Aktienmarkts. So verstanden sie zum Beispiel, dass man große Gewinne aber auch Verluste durch Aktien machen kann und das Prinzip von Zinssätzen war den meisten auch bekannt. Dies war aber nur möglich, weil Finanzbildung – verglichen mit Österreich und den USA – einen wesentlich höheren Stellenwert in englischen Schulen hat.

Nach diesen drei Erfahrungen wäre es unserer Meinung nach sehr wichtig, dass Schulen weltweit mehr Wert auf Financial Literacy legen. Optimal wäre natürlich ein verpflichtendes Fach dafür, jedoch reichen auch einzelne Kurse oder Workshops um eine Verbesserung der weltweiten Finanzbildung zu erreichen – für einen bewussteren Umgang mit Geld.

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