Finanzwissen & Kapitalmarkt

Vier Punkte, die eine Roadshow erfolgreich machen

Sylwia Milke
geschrieben von Sylwia Milke

Unter einer Roadshow versteht man Veranstaltungen, bei denen das Top-Management – meist in Begleitung des Investor-Relations Teams und/oder der organisierenden Bank – von Investmentunternehmen zu Investmentunternehmen reist und seine Stärken präsentiert. Im Fokus stehen dabei in- oder ausländische institutionelle Anlegerinnen und Anleger.

Im Unterschied dazu trifft bei einer Investorenkonferenz eine Vielzahl von Unternehmen auf eine Vielzahl von Investorinnen und Investoren. Organisatoren einer Investmentkonferenz sind in der Regel ebenfalls Banken. Dabei gibt es meistens drei verschiedene Formen von Meetings: Einzelgespräche (sogenannte One-on-Ones), Gruppentreffen mit mehreren Interessierten gleichzeitig (Roundtable) oder ein Vortrag vor einem großen Plenum.

Was ist das Ziel einer Roadshow?

Bei einer Roadshow haben Anlegerinnen und Anleger die Möglichkeit, das Top-Management persönlich kennenzulernen und sich ein Bild vom Unternehmen zu machen. Ziel ist es, möglichst viel über Strategie, Kennzahlen, die Situation auf den bearbeitenden Märkten, Zukunftspläne und sonstige relevante Informationen über das Unternehmen in Erfahrung zu bringen. Dabei soll das Interesse für die Unternehmensaktie gesteigert werden und das Gegenüber für einen Neueinstieg oder eine Erhöhung des Aktienbestands gewonnen werden.

Wir haben vier Faktoren zusammengestellt, die bei einer Roadshow entscheidend sind:

  1. Die richtigen Gesprächspartner zusammenbringen

Die Qualität der Termine beginnt bereits bei der Organisation: Hier ist vor allem die organisierende Bank gefragt, die richtigen Personen zusammenzubringen. Beispielsweise ist es nicht sinnvoll, einen Termin für ein Small- und Mid-Cap-Unternehmen mit einem Gesprächspartner zu organisieren, der nur in Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung ab EUR 1 Mrd. investiert.

  1. Gute Vorbereitung auf die Gespräche

Das Um und Auf eines erfolgreichen Gesprächs ist es, sein Gegenüber gut zu kennen. Daher bedarf es im Vorfeld einer Roadshow einer intensiven Vorbereitung. Findet das Gespräch zum ersten Mal statt, ist es wichtig, möglichst viel über sein Gegenüber und seine Veranlagungsstrategie in Erfahrung zu bringen. Bei einem Follow-Up-Termin ist es von Vorteil, sich frühere Gesprächsaufzeichnungen anzusehen und zu filtern, welche Themen für die Investorinnen und Investoren von besonderem Interesse waren. Essentiell ist natürlich ein fundiertes Wissen über das eigene Unternehmen (inklusive der Finanzkennzahlen) und eine ausgezeichnete Präsentation der eigenen Equity Story. Viele legen auch großen Wert auf breites Branchen-Know-how und die Einschätzung der Märkte.

  1. Persönliche Beziehung zum Gegenüber aufbauen

Ein persönliches Gespräch mit Anlegerinnen und Anlegern hat sehr viel mit Vertrauens- und Überzeugungsarbeit zu tun. Primär geht es darum, den Gesprächspartner in seinem getätigten oder geplanten Investment zu bestärken, indem sich beide Gesprächspartner austauschen. Dabei sollen Einblicke in das Unternehmen und seine Arbeit vermittelt werden und die Entscheidungen des Managements nachvollziehbar veranschaulicht werden. Ein Termin ist dann erfolgreich, wenn der Eindruck erweckt wurde, dass das Management Fragen ausreichend und kompetent beantworten konnte und auf die Bedürfnisse des Gegenübers eingegangen ist.

  1. Nachbearbeitung einer Roadshow

Oberstes Ziel ist es, möglichst viele offene Fragen bereits während des Gesprächs zu klären. Dennoch kann es manchmal vorkommen, dass man gewünschte Informationen nicht parat hat. Diese sollten schnellstmöglich im Anschluss an den Termin nachgeliefert werden.

Wichtig ist auch, die bereits erwähnte Protokollführung von den Terminen. Damit hat man beim nächsten Gespräch sofort ein Update, welche Punkte besprochen wurden und welche Themen relevant waren (siehe auch Punkt 2). Um eine erfolgreiche Beziehung aufzubauen, ist ein regelmäßiger Kontakt natürlich wichtig. Das muss nicht immer in Form von persönlichen Gesprächen sein. Auch Telefonate, Conference-Calls oder Company News eignen sich gut, um mit dieser Zielgruppe in Verbindung zu bleiben.

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