Finanzwissen

Früh übt sich, wer ein (Finanz)meister werden will

Samuel Herrnstein
geschrieben von Samuel Herrnstein

Finanzielle Entscheidungen gehören zum Alltag. Langfristige Verbindlichkeiten wie der Kauf einer Wohnung oder die Finanzierung einer Ausbildung zählen genauso dazu wie die vergleichsweise einfache Frage, ob man sich ein Zeitungsabo leisten möchte. Und oft fallen besonders die scheinbar kleinen aber regelmäßigen Ausgaben unterm Strich unerwartet schwer ins Gewicht. Das stellen allerdings nur diejenigen fest, die ihre Ausgaben laufend im Blick haben.

Die persönliche Finanzlaufbahn beginnt in der Regel bereits mit dem Erhalt des ersten Taschengelds und ist ab dann ein fixer Lebensbestandteil. Auch für die financial skills eines Menschen gilt – wer früh mit dem Training anfängt, tut sich leichter. Wie Studien zeigen, gibt es in Österreich genauso wie in vielen anderen westlichen Ländern derzeit grobe Defizite im Bereich des Finanzwissens. Ein Grund dafür: Die Wissensvermittlung in puncto Geld ist im Schulsystem nicht vorgesehen. Nur wer einschlägige Ausbildungen absolviert oder sich selbst Wissen aneignet, erhält tiefere Einblicke in das Thema.

Wie sehen Jugendliche das Thema „Finanzen“? Wir haben nachgefragt.

Samuel, wie wird deiner Einschätzung nach die Finanzwelt von Jugendlichen in deinem Alter wahrgenommen?

Die Finanzwelt hat keinen guten Ruf. In den Medien wird zumeist über Fälle berichtet, in denen es um Wirtschaftskriminalität geht. Das vermittelt einen schlechten Eindruck. Gleichzeitig gibt es in der Schule kein Fach „Finanzunterricht“ in dem man erklärt bekommt, wie man gut mit seinem Geld umgeht und dass es noch andere Möglichkeiten außer dem Sparbuch gibt.

Sind Finanzen in deinem Freundes- und Bekanntenkreis generell ein Thema?

Eher nicht. Die meisten denken, dass investieren nur etwas für Superreiche und obendrein sehr riskant ist. Es herrscht die Meinung, dass man jahrelange Erfahrung dafür braucht, um sein Geld in Sparformen abseits der gängigen Produkte mit höherem Risiko anzulegen.

Was hat das für Auswirkungen?

Ich glaube, dass das spätestens im ersten Job mit dem ersten eigenen Einkommen zu einem Problem werden kann, weil jeder – ob er will oder nicht – viele finanzielle Entscheidungen für sein weiteres Leben treffen muss. Dabei geht’s um so Themen die private Vorsorge oder auch die Wahl einer Versicherung. Wer da noch über kein einschlägiges Wissen verfügt, tut sich wahrscheinlich schwer.

Was ist aus deiner Sicht das Wichtigste, um seine Finanzen im Griff zu haben?

Grundsätzlich sollte man bei seinen Finanzen einfach einen guten Überblick behalten und keine unnötigen Ausgaben machen. Gerade wenn eine unvorhergesehene Ausgabe daherkommt, ist es wichtig, einen finanziellen Polster zu haben, um nicht in eine Notlage zu geraten.

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